Ferien im Alpen Bergdorf Sachrang in Oberbayern

Das Bergdorf Sachrang liegt im Oberen Priental in den Chiemgauer Alpen in Oberbayern und unmittelbar an der Grenze zu Österreich.

Im finsteren Mittelalter gehört der Ort Sachrang zum „Suffragan – Bistum Chiemsee“. Das war eine Art Unterbistum vom Alpenland Salzburg mit Sitz auf der Insel Herrenwörth.
Im 16. Jahrhundert gelangt Sachrang zum Herrschaftsgericht Hohenaschau und ist ein eigenes Amt. Das schwer zugängliche Grenzland in der rauen Bergwelt, zwischen dem Chiemgau und Tirol gelegen, ist damals das Szenario für das was dann im zwanzigsten Jahrhundert als eine „Arme-Leute-Gegend“, als eine „Hochburg“ für Schmuggler und Wilderer, und damit zum verklärten Szenario der Heimatfilme wird.
Tatsächlich werten aber die heutigen Heimatforscher die äußerst aufwändige Dorfkirche von Sachrang, bezahlt von Fürstbischof Franz von Preysing-Hohenaschau, als einen Widerspruch zu dieser Ärmlichkeit.
Die Gemeinde Sachrang wird 1827 nach dem Ende der Herrschaft auf Schloss Hohenaschau selbstständig und im Zuge der bayerischen Gebietsreform 1978 ein Ortsteil der Gemeinde Aschau im Chiemgau.
Der Anfang des modernen Tourismus in der Region ist das Jahr 1884 mit der Gründung des Verschönerungsvereins Aschau. In Sachrang liegt der Schwerpunkt im Sommer beim „Urlaub auf dem Bauernhof“ und im Winter bei den Loipen und bei den familienfreundlichen Skiliften, sowohl bei den Urlaubern als auch bei Tagesausflüglern.
Weiler im Oberen Priental und bei Sachrang sind unter Anderen: Aschach, Schweibern, Mitterleiten, Berg, Ried, Huben, Innerwald, Grattenbach, Stein, Hainbach.
Für die Erhaltung des Brauchtums in Sachrang zuständig ist der örtliche Gebirgs-Trachten-Erhaltungsverein D’Geiglstoana.

Anreise Empfehlungen nach Aschau

Mit dem Flugzeug
Nächster größerer internationaler Flughafen ist der Flughafen München (auch „Franz Josef Strauß“, ca. 132 km Entfernung und ca. eine gute Autostunde Fahrzeit.). Von hier aus bieten unter anderem die Lufthansa und ihre Partner der Star Alliance Verbindungen zu Städten in Deutschland, Europa und weltweit. Als zweitgrößter Flughafen Deutschlands ist er mit einer steigenden Anzahl von Städten verbunden.
Ein weiterer schnell erreichbarer Flughafen ist der in Salzburg (61 km, eine halbe Autostunde);

Mit der Bahn
Der nächste Bahnhof befindet sich in Aschau, er ist Endstation der Chiemgaubahn aus Prien. Der Bahnhof Prien ist Haltestelle für IC und IR und liegt an der Bahnstrecke München – Salzburg.

Auf der Straße
Sachrang liegt an der bayerischen Staatsstraße St 2093 aus Oberaudorf im bayerischen Unterinntal durch das Priental in den Chiemgauer Alpen bis nach Aschau und Frasdorf, die Route führt nahe am Ortszentrum vorbei:
Von Norden erfolgt die Anreise über die Autobahn Autobahn A8 (München – Salzburg), Frasdorf, und über Aschau nach Sachrang.
Von Süden (aus Österreich kommend) erfolgt die Anfahrt über die österreichische Inntal Autobahn A12 (Kufstein – Innsbruck, der österreichische Teil der Inntalautobahn ist mautpflichtig) über Kufstein (Grenze) nach Deutschland und auf der A93 bis zur Oberaudorf, von da über Niederndorf nach Sachrang.
Die St 2093 ist bei normalen Witterungsverhältnissen auch im Winter gut befahrbar, Sachrang liegt am Hochpunkt der Strecke.

Sehenswürdigkeiten in Sachrang und Umgebung

Bauernhaus (siehe Titelbild)
Sehenswert ist das ganze gut erhaltene „idyllische Dorfbild“ aus den traditionellen Bauernhäusern wie bei der Augsburger Puppenkiste mit Details wie Bundwerk im Dachstuhl, Schnitzereien, hölzernen Blockbau-Obergeschossen und den breiten Balkonen als Laube und Oberlaube, im Sommer die geeignete Platziermöglichkeit für den üppigen Geranienschmuck.
Kath. Pfarrkirche St. Michael: Die Kirche enststand von 1687 bis 1689 als Nachfolgebau einer baufällig gewordenen romanischen Kirche. Bauherren waren die Grafen Preysing von Hohenaschau, die äußerst prunkvolle Ausstattung stammt von den Graubündner Brüdern Giulio und Pietro Zucalli (u.a. Baumeister der Theatinerkirche in München) und wird der „italienischen Phase“ des bayerischen Barocks zugeordnet. Die Kirche wurde seit dem Neubau mehrfach schonend resturiert, sie ist noch weitgehend in der Originalform erhalten.
Auf dem Friedhof der Kirche befindet sich auch das Grab des Müllner-Peter.

Ölbergkapelle
Die Legende berichtet von Ursprüngen im 8. Jahrhundert, gesichert belegt ist aber nur die Entstsehung der Hauptkapelle im Jahre 1674. Zuvor war um das Jahr 1665 eine Klause durch den Priester Johann Nutzinger an der Stelle der jetzigen Kapelle entstanden. Im Jahre 1734 war auch der Westanbau und damit die Kapelle in der jetzigen erhaltenen Form fertiggestellt. In der anschließenden Barockzeit wird die Kirche bedeutender Wallfahrtsort für den bayerischen und den benachbarten Tiroler Raum, aber ab etwa 1800 verfiel die kleine Kirche jedoch wieder. Unter dem „Müllner-Peter von Sachrang“ wird die Kirche dann in den Jahren 1826/ 1827 restauriert. In den Jahren seit 1972 wird vor dem Hintergrund der Romanverfilmung und auf Initiative eines Freundeskreises auch die bayerisch-tiroler Wallfahrt wiederbelebt, sie findet alljählich am 3. Sonntag im September statt.
Lage: südöstlich vom Dorf und nach kurzer Wanderung vom Dorf oder vom Parkplatz am Lift aus zu erreichen.

Alte Schule, Müllner Peter Museum
Müllner Peter Museum, Schulstraße 3, 83229 Sachrang (im Dachgeschoss des ehemaligen Schulhauses). Das Museum dokumentiert Leben und Werk des Müllner Perter und die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Verhältnisse des Ortes und der Region zur damaligen Zeit, wechselnde Ausstellungen, Musikveranstaltungen.

Quelle: Wikipedia/Voyage

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